Die Kathedrale der Ewigkeit

Kurz & Knapp: Claudia & Nadja Beinert »Die Kathedrale der Ewigkeit«

Gelesen & Vorgestellt von Alessa Schmelzer


Inhalt:
Naumburg im 11. Jahrhundert. Uta ist überglücklich: Ihr Traum ist in Erfüllung gegangen und die Kathedrale von Naumburg vollendet worden. Nun darf sie sich auch Hoffnungen machen, endlich mit ihrem geliebten Hermann vereint zu leben. Schließlich hat ihr die Kaiserin selbst die Zusage gegeben, ihre Eheauflösung mit dem ungeliebten Ekkehard zu unterstützen. Doch dann verschwindet Hermann spurlos. Kurz darauf wird eine unkenntliche Leiche auf den Burghof gebracht, die seine Kleider trägt. Uta kann nicht glauben, dass Hermann für immer verloren ist, und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit.


Erschienen im Knaur Verlag. Zur Website des Verlages.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Website der Autorinnen.

Eine geheimnisvolle Schönheit …

Mit Uta von Naumburg. Diesen Namen nannte der Schriftsteller Umberto Eco einmal auf die Frage, mit welcher historischen Persönlichkeit er gerne zusammentreffen würde. Und wahrhaftig, jeder, der die Stifterfigur der Uta von Naumburg im Westchor des Naumburger Domes anblickt, ahnt warum …
Die geheimnisvolle Schönheit dieser Figur war es, die mich den historischen Roman »Die Kathedrale der Ewigkeit« schließlich lesen ließ, auch wenn ich den Vorgängerband nicht kannte.
Zur Romanhandlung: Erst der Bau der Kathedrale, dann die Erfüllung in der Liebe – möchte man meinen. Während Uta das eine gelingt, scheint ihr das andere zu missglücken. Gefangen in einer Ehe mit einem Mann, den sie nicht liebt, empfindet Uta starke Gefühle für dessen Bruder Hermann. Kaum scheint ein gemeinsames Glück greifbar, wird dieser tot aufgefunden. Doch Uta glaubt nicht an Hermanns Tod. Aber je weiter sie nachforscht, um so mehr bringt sie ihre Kathedrale in Gefahr …

Neben dieser rasant erzählten Geschichte kommt natürlich auch das Bauwerk an sich, die Kathedrale nämlich, nicht zu kurz. In einer Welt, die vorwiegend aus Analphabeten bestand, kam der Malerei eine besonders wichtige Aufgabe bei der Religionsvermittlung zu. Wenngleich das Bildmaterial aus Utas Kathedrale nicht erhalten geblieben ist, so haben sich die Beinert Schwestern doch um Authentizität bemüht. Mit viel Liebe zum Detail entwerfen sie die Malereien der Kathedrale. Und mag dies auch ganz und gar ihrer eigenen Phantasie entsprungen sein, orientiert haben sie sich an Motiven, Farben und Techniken der damaligen Zeit.

Extras

Historische Romane aus dem Knaur Verlag sind wirklich ein Genuss für die Leser. Bei »Die Kathedrale der Ewigkeit« liefert der Verlag nicht nur ein schönes Cover {wundervoll die erhaben gesetzten Letter}, sondern bestückt auch das Innere mit informativen Extras. Neben einer Karte des Salischen Reiches um 1040, gibt es im hinteren Bereich eine schematische Darstellung des Bildprogramms in Utas Naumburger Kathedrale. Ein Vorwort der Autorinnen, ein Personenverzeichnis, ein im hinteren Teil angefügtes Glossar sowie ein ausführliches Nachwort der Autorinnen runden den gelungenen Band ab.

Fazit

Claudia und Nadja Beinerts Geschichte zieht den Leser sofort in ihren Bann. Schwungvoll, unterhaltsam und spannend erzählt entführen die beiden Autorinnen ihre Leser ins 12. Jahrhundert. Und wecken Lust auf das große Finale der Kathedral-Trilogie, welches im Herbst 2016 erscheinen wird. Bis dahin ist Zeit genug den ersten Teil »Die Herrin der Kathedrale« zu lesen.
»Die Kathedrale der Ewigkeit« ist eine gut recherchierte und packend in Szene gesetzte Geschichte um die geheimnisvolle Schönheit Uta von Naumburg.