Das Couven Museum in Aachen

Das Couven Museum in Aachen

Reise in eine vergangene Zeit – Unsere Histo Journal Redakteurin Tanja Schurkus war wieder einmal unterwegs. Ihr Ziel: Das Couven Museum in Aachen. Hier ist ihr Bericht über eine alte Apotheke, einen außergewöhnlichen Guckkasten und leckere Printen.

Unser Ausflugstipp nicht nur in der Osterzeit

von Tanja Schurkus

Was wird gezeigt?

Wohn- und Lebenskultur des 18. und 19. Jahrhunderts und entsprechende Sonderausstellungen.
Bis zum 12.04.2015 {verlängert} wird noch die Ausstellung »Augenschmaus« gezeigt – Bestecke und Tischkultur der Epoche.
Der Gang durch das Wohnhaus ist gleichzeitig ein Gang durch die verschiedenen Zeitabschnitte.

Impressionen aus dem Couven Museum
Fotos: Tanja Schurkus

Für wen lohnt es sich?

Es erwarten einen nicht nur Bilder, Tapeten und Möbel – in zahlreichen Vitrinen kann man interessante Details entdecken. Alle, die sich schreibend oder darstellend mit dieser Zeit befassen, können hier kleine Anregungen finden. Da sich die Räume in {z.T in wieder hergerichteten} Originalzuständen befinden – inkl. knarrender Holzböden – wird man vom Flair der Vergangenheit umfangen.

Zur Geschichte des Hauses

Das Museum trägt den Namen seines Architekten, das Haus gehörte der Familie Monheim. Andreas Monheim beauftragte 1786 Jakob Couven mit dem Ausbau des Hauses. Couven – Vater und Sohn – gehörten zu den bedeutendsten Barock-Architekten Aachens. 1958 wurde in diesem Gebäude das Museum eingerichtet, erweitert u.a. durch das Ehepaar Ludwig.

Besonderheiten

Gleich im Erdgeschoss befindet sich eine Apotheke {die Monheims waren eine Apotheker-Familie} in der Ausstattung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts mit zahlreichen Gerätschaften – eine Fundgrube für entsprechende Romanszenen!
Mein liebster Raum war aber der Guckkastenraum. Das Couven-Museum beherbergt hier die größte Sammlung in Deutschland. In den Kästen befinden sich mehrere auf Glas aufgetragene Motive, die so hinter einander gestellt sind, das räumliche Tiefe entsteht – eine Attraktion auf den damaligen Gesellschaften. Abgebildet sich biblische Szenen, Gartenfeste, Treppenhäuser und das Treffen in einer Freimaurerloge.

Ein besonderer Schauwert sind auch die Wände mit den holländischen Fliesen; von Mustern bis zu Alltagsszenen zeigen sie eine vielfältige Wanddekoration.

Essen und Trinken

Das Museum selbst beherbergt keine Gastronomie. Der sehenswerte Innenhof ist aber mit Tischen, Stühlen und einer Kaffee-Bar {Selbstbedienung} ausgestattet. Hier lässt es sich auch bei regnerischem Wetter sitzen {überdacht} und man kann in schönem Ambiente den Museumsbetrieb beobachten. Da das Museum in der Aachener Innenstadt {hinter dem Rathaus} liegt, finden sich in unmittelbarer Nachbarschaft weitere Einkehrmöglichkeiten.

Wenn man mit Kindern kommt

Für jüngere Kinder hat das Museum nicht viel zu bieten, es dürfte eher anstrengend sein, sie von den historischen Sitzgelegenheiten fern zu halten. Dauerhafte museumspädagogische Angebote für Kinder gibt es nicht.

Service

Es gibt Samstags und Sonntags Führungen für Einzelbesucher, Gruppenführungen nach Vereinbarung.
Achtung: Das Museum erstreckt sich über drei Stockwerke und es gibt keinen Aufzug. Für gehbehinderte Menschen oder Rollstuhlfahrer daher leider ungeeignet.

Kleiner Tipp: Unbedingt immer mal nach oben schauen! Die Kronleuchter {wenn auch inzwischen elektrisch} sind einen Blick wert, vor allem der im »Chinesenkabinett«.

Und wenn man schon mal da ist …

Das Couven-Museum ist Teil der Route Charlemagne, ein Spazierweg durch die Stadt Aachen und ihre Geschichte. Dazu gehören natürlich der Dom und das Rathaus, aber auch das Zeitungsmuseum. Informationen zu der Route bekommt man in der Tourist-Information oder im Neuen Stadtmuseum am Katschhof.

PS: Die Aachener Printen lohnen sich auch außerhalb der Weihnachtszeit!

Information:
Mehr zum Museum, zu den Öffnungszeiten usw. unter Couven Museum

Flyer Route Charlemagne