Iny Lorentz Special – Interview

Histo Journal Interview mit Iny Lorentz zum Special zu »Die Liebe der Wanderapothekerin«

»Wir schreiben diese Geschichten aus Freude am Schreiben.«

von Ilka Stitz & Alessa Schmelzer

Iny Lorentz Special
Für alle Fans von Iny Lorentz hat das Histo Journal eine ganz besondere Neuigkeit … exklusiv bei uns gibt es eine Leseprobe des neuen Iny Lorentz eSerials »Die Liebe der Wanderapothekerin«, dessen erstes serial am 29. Januar im Knaur Verlag erscheinen wird. Doch das ist noch nicht alles. Neben der Leseprobe gibt es auch noch 2 große Verlosungen.

Verlosung 1 für alle Jecken bis zum Aschermittwoch verlängert! Bis zum 10. Februar verlosen wir 10 eBundles von »Die Wanderapothekerin«. Hier mitmachen & gewinnen!

Verlosung 2: Vom 08. bis zum 16. Februar verlosen wir 10 eBundles von »Die Liebe der Wanderapothekerin« – das erst offiziell erst am 2. März im Handel erhältlich sein wird. Hier mitmachen & gewinnen!

Mit dem Roman »Die Wanderhure« gelang Iny Lorentz* 2004 das, was alle AutorInnen ersehnen: sie landeten einen Bestseller. Seitdem sind ihre Geschichten aus dem historischen Genre nicht mehr wegzudenken. Iny Lorentz’ Geschichten werden aber nicht nur gelesen, sie werden auch verfilmt. So verfolgten Millionen von Zuschauern gebannt Maries Leben als Wanderhure, Tillas Leben als Pilgerin und zuletzt »Das goldene Ufer«, das vom ZDF als Zweiteiler mit Starbesetzung verfilmt wurde. Iny Lorentz begeistern ihre LeserInnen mit spannenden Geschichten, ob diese nun im Mittelalter, in der Antike oder wie »Die Liebe der Wanderapothekerin« in der Zeit des Barock angesiedelt sind.

Ilka Stitz & Alessa Schmelzer haben das sympathische Autorenehepaar nicht nur mit Fragen rund um das Medium eBook gelöchert. Iny Lorentz über Klaras Geschichte, über die Besonderheit von eSerials und Übergepäck bei Flugreisen …

Histo Journal: »Die Wanderapothekerin« erschien 2014 zunächst als eSerial. Wer hatte die Idee zu diesem eSerial (oder überhaupt zu einem eSerial)? Ihr oder der Verlag?

Iny Lorentz {Iny & Elmar}: Knaur ist an uns herangetreten und hat gefragt, ob wir bereit wären, einen Roman zu schreiben, der sich zur Veröffentlichung als eSerial eignet. Da unsere Agentin sich für dieses Experiment ausgesprochen hat, haben wir zugesagt und glücklicherweise auch bald eine zündende Idee.

Histo Journal: Hattet ihr Klaras Geschichte von Anfang an als eSerial geplant?

Iny & Elmar: Klaras Geschichte wurde für das eSerial entwickelt. Allerdings hätten wir den Roman genauso für eine normale Buchveröffentlichung geschrieben.

Histo Journal: Von einem eSerial erscheint alle paar Tage ein neuer Teil, der etwa 100 Seiten umfasst. Wenn ihr eine Geschichte für ein eSerial plant, worauf legt ihr beim Schreiben euer besonderes Augenmerk? Gibt es Unterschiede zur – sagen wir mal – ›konventionellen‹ Planung eines Romans? Und wenn ja, welche sind dies?

Iny & Elmar: Wir konnten die beiden Romane um unsere Wanderapothekerin Klara genauso schreiben wie unsere anderen Romane, da wir diese immer in sechs bis zehn halbwegs abgeschlossene Teile gliedern. Daher betraten wir kein Neuland, sondern bewegten uns auf vertrautem Terrain.

Histo Journal: Wer hatte die Idee zur Fortsetzung von Klaras Geschichte?

Iny & Elmar: Den Wunsch für einen weiteren Roman mit unserer Wanderapothekerin hatte erneut der Verlag. Wir fühlten uns ein wenig bedrängt durch die Selbstverständlichkeit, mit der man diesen Roman von uns erwartete, doch zwei Tage nach der Anfrage stand »Klara« im Raum und erzählte uns, wie sie sich ihren weiteren Lebensweg vorstellt. Nachdem wir wussten, was wir schreiben wollten, haben wir zugestimmt.

Histo Journal: Wird es »Die Liebe der Wanderapothekerin« als Hörbuch geben?

Iny & Elmar: Wir würden uns darüber freuen. Für Fans mit Augenproblemen ist es nämlich eine schöne Sache, unsere Romane wenigstens hören zu können.

Histo Journal: Wird es Lesungen zur Wanderapothekerin geben?

Iny & Elmar: Da »Die Wanderapothekerin« und »Die Liebe der Wanderapothekerin« im Frühjahr 2017 als Knaur Taschenbuch erscheinen werden, ist dies durchaus möglich. Auch haben wir bereits im Sommer 2015 in Großbreitenbach, einem der Zentren der thüringischen Wanderapotheker, aus der Wanderapothekerin gelesen.

Histo Journal: Ihr kommt just vom Literaturfestival Bamberg. Dort habt ihr aus eurem neuen Roman »Die steinerne Schlange« gelesen, der erst vor wenigen Wochen erschienen ist. Diese Geschichte habt ihr in der Antike angesiedelt (was uns überraschte und sehr erfreute!). Auf der Verlagsseite erfuhren wir, dass es zu Gerhilds Geschichte die Vorgeschichte »Nennt mich Julius« gibt, die ausschließlich als eBook erschienen ist. Habt ihr daraus auch vorgelesen? Und wenn ja: lest ihr dann von einem eReader oder von ausgedruckten Manuskriptseiten?

Iny & Elmar: »Nennt mich Julius« behandelt die Vorgeschichte einer der Personen aus der steinernen Schlange. Bei Lesungen verwenden wir aber nur das Buch, um dem Publikum mehr als nur eine Person näherzubringen. Julius selbst ist bei allen ausgesuchten Stellen dabei, so dass er nicht noch extra hervorgehoben werden muss. Zwar besitzen wir einen eReader, ziehen aber zum Lesen ein gedrucktes Buch oder Manuskriptseiten vor.

Histo Journal: Die eSerials zur Wanderapothekerin sind nicht die einzigen exklusiv im eBook Format erschienenen Geschichten von euch. Da gibt es die bereits erwähnte Kurzgeschichte »Nennt mich Julius«. Aber eine trägt auch den Titel »Brautraub« und handelt von der Enkelin der einstigen Wanderhure Marie. Worin besteht für euch der Reiz Geschichten ausschließlich für das Medium eBook zu schreiben?

Iny & Elmar: Wir schreiben diese Geschichten nicht für das eBook, sondern aus Freude am Schreiben. Wenn man einen Roman fertiggestellt hat, schalten die Gedanken ja nicht ab, sondern beschäftigen sich weiter mit dem Thema. Es kommt die Frage auf, wie werden sich die Protagonisten weiter entwickeln, und das führt das eine oder andere Mal zu einer Idee, die uns nicht loslässt. Wenn wir eine Kurzgeschichte schreiben, ist es uns gleichgültig, ob sie jetzt in gedruckter oder elektronischer Form veröffentlicht wird. Nein, nicht ganz! So gleichgültig ist es uns natürlich nicht. So hoffen wir doch darauf, dass unsere im eBook erschienenen Stories irgendwann einmal in Form einer Anthologie herausgegeben werden.

Histo Journal: Nicht alle begrüßen das eBook mit offenen Armen, manche lehnen das Lesen auf einem eReader, aus welchen Gründen auch immer, ab. Welches Feedback erhaltet ihr von euren Leserinnen und Lesern bzgl. der ausschließlich in diesem elektronischen Format herausgebrachten Bücher? Gibt es Leserinnen und Leser, die sich die Wanderapothekerin in gedruckter Form wünschen?

Iny & Elmar: Wir haben bei allen unserer Romane einen gewissen Prozentsatz an eBook-Lesern. Ihr Feedback ist ähnlich dem der Leser der gedruckten Bücher. Sie freuen sich, wenn es ein neues Buch von uns gibt, das sie lesen können. Unsere Fans, die den eReader ablehnen, wünschen sich natürlich, dass unsere Nur-eBooks baldmöglichst auch in gedruckter Form erscheinen werden. Bei den beiden »Wanderapothekerinnen« und dem »Sohn der Mätresse« wird dies in absehbarer Zeit auch geschehen. Nur bei den als eBooks erschienenen Kurzgeschichten gibt es hier noch keinen Ansatz dazu.

Histo Journal: Worin seht ihr persönlich die Chancen/Möglichkeiten/Besonderheiten, die das Medium eBook mit sich bringt?

Iny & Elmar: Für Leute, die in Urlaub fahren oder fliegen, ist ein eReader sicher eine gute Sache, ebenso für jene, die viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Vielleicht bringt so ein Ding auch die mit elektronischen Geräten aufgewachsene neue Generation dazu, Romane auf diese Art und Weise zu lesen. Autoren und Verlage können damit eine neue Leserschar ansprechen und ältere Titel, die sonst aus dem Bestand fallen würden, als eBooks länger anbieten. Für Neuautoren bietet dieses Medium die Chance, sich mit relativ wenig Aufwand ihr Lesepublikum zu suchen. Allerdings besteht dabei die Gefahr, genau diese Leser durch noch nicht ›druckreife‹ Texte zu verscheuchen.

Histo Journal: Worauf lest ihr eBooks?

Iny & Elmar: Wir besitzen einen Tolino. Allerdings hat bis jetzt nur Iny einmal einen Roman darauf gelesen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass wir viele Bücher besitzen, die wir noch nicht gelesen haben oder die wir noch einmal lesen wollen. Außerdem tauschen wir mit Kollegen Bücher, die dann ebenfalls in die Lesequeue eingegliedert werden. Ein weiterer Grund, weshalb vor allem Elmar auf einen eReader verzichtet, ist die Tatsache, dass die meisten Sachbücher, die er zum Recherchieren braucht, nur in gedruckter Form vorliegen. Selbst bei denen, die elektronisch zu bekommen sind, zieht er die gedruckte Form vor, da er hier Merkzettel einlegen kann und sie schneller zur Hand hat, um nachzusehen. Der Nachteil dieser Methode waren dreizehn Kilo Übergepäck bei einer unserer letzten Flugreisen.

Histo Journal: Herzlichen Dank, Iny Elmar für eure interessanten Antworten!

*Iny Lorentz ist eines der Pseudonyme des Autorenehepaares von Iny Klocke & Elmar Wohlrath.